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Christoph Probst

GEMEINDEN > GILCHING

Gilching - Zu den Widerstandskämpfern der Weißen Rose, die im Juni 1942 aus der Taufe gehoben wurde, gehörte unter anderem Christoph Probst. Knapp ein Jahr später, im Februar 1943, wurde er hingerichtet. Nach ihm benannt ist das Christoph-Probst-Gymnasium in Gilching. Dort fand 2003 im Beisein von Zeit-zeugen, politischen Vertretern und dem damaligen Bundestagspräsidenten Wolf-gang Thierse eine Gedenkfeier mit Ausstellung, organisiert von Schülern, statt.  
Geboren war Christoph Probst am 6. November 1919 in Murnau. Durch die frühe Trennung seiner Eltern wuchs er in den ersten Lebensjahren an verschiedenen Orten auf - mal bei der Mutter in Murnau, mal beim Vater in Oberstdorf und Ruhpolding und schließlich wieder bei seiner Mutter in Nürnberg-Wolkersdorf. Unter den Einfluss der Hitlerjugend geriet Christoph Probst erstmals in Marquartstein, wo er das Internat besuchte. Obwohl Mitglied der HJ begann er schon früh, dem Regime kritisch gegenüber zu stehen. 1935 wechselte Probst ans Neue Gymnasium München und lernte dort auch seinen späteren Freund und Mitkämp-fer Alexander Schmorell kennen. Er hatte zusammen mit den Geschwistern Scholl die Widerstandsbewegung "Weiße Rose" ins Leben gerufen, der auch Probst an-gehörte. Doch bis es soweit war, verbrachte Probst eine lehrreiche Zeit im Land-schulerziehungsheim in Schondorf, wo er im April 1936 einzog.
Um nicht von den Aktivitäten ausgesperrt zu werden, musste er auch in Schondorf Mitglied der HJ werden. Was ihm immer mehr zur Last wurde: "Es ist wirklich eine Plage, das Landheimleben, kaum eine freie Minute, - meine Astrono-miebücher liegen ganz unberührt da...", hielt Probst in einem seiner vielen Briefe an Freunde und Verwandte fest. Seine schon von Beginn an kritische Haltung gegenüber dem Landheimleben mit all seinem Aktionismus führte schließlich zu einem inneren Rückzug und zu einer Distanzierung vom Nationalsozialismus mit der verzweifelten Forderung nach Freiheit und selbstbestimmten Leben.
Am 24. März 1937 wurde Probst das Reifezeugnis ausgehändigt und die Befähigung ausgesprochen, an die Hochschule überzutreten. In einer Beilage zum Reife-zeugnis heißt es unter anderem: "...hat er tiefer als viele im Heim Wurzel gefasst und damit sein eigenes sowie unser Leben in vieler Beziehung erfreulich berei-chert. Die Erwachsenen schätzten vom ersten Tage an sein vornehmes Wesen... Im Heimleben freilich trat er infolge seiner geringen Stosskraft und seines späten Eintritts weniger hervor."
Probst begann in München Medizin zu studieren; Anfang 1943 nahm er aktiv am Widerstand seiner Freunde gegen das nationalsozialistische Regime teil. Angesichts der Niederlage von Stalingrad verfasste er für die "Weiße Rose" ein Flug-blatt, in dem er unmissverständlich zum Sturz der Diktatur Hitlers aufrief. Am 22. Februar 1943 wurde er zum Tode verurteilt und noch am gleichen Tage hingerich-tet. Am Freitag, 18. Februar, 2003 fand im Christoph-Probst-Gymnasium in Gil-ching im Beisein von rund 300 Gästen und Bundestagspräsident Wolfgang Thierse eine Gedenkfeier statt.
Quelle: "...damit Deutschland weiterlebt", herausgegeben vom Christoph-Probst-Gymnasium

 
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