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Der Zitherspieler

AKTUELL

Peter Schreyer und sein Schüler, Max Sendlinger.

Gilching – Zur bayerischen Tradition gehört die Volksmusik und insbesondere der Klang der Zither. In Zeiten von Rock und Pop jedoch wollen nur noch wenige junge Menschen das schwierige Instrument lernen. Eine Ausnahme macht Max Sendlinger aus Gilching.

Die Zither gehört, wie die Gitarre, die Laute oder die Harfe, zur Gruppe der Zupfinstrumente, wurde allerdings erst im 19. Jahrhundert erfunden. Einer der bekanntesten Zitherspieler unserer Zeit war Rudi Knabl. „Er ist, wenn man von Idolen sprechen will, mein großes Vorbild“, sagt Max Sendlinger. 2001 im Alter von 89 Jahren in Gauting gestorben, wurde Knabl als der bayerische „Zither-Pabst“ schlechthin bezeichnet.

Mit dem Erlernen der Zither hat Sendlinger  vor drei Jahren begonnen. Zuvor spielte der 23-Jährige Student für Versorgungs- und Gebäudetechnik „mit Leidenschaft“ das Hackbrett. „Ich hatte aber schon immer den Wunsch, auch die Zither zu spielen.“ Zumal auf dem Dachboden noch eine Zither vom Urgroßvater lag. „Er muss in den  50iger Jahren ein sehr guter Zitherspieler gewesen sein. Leider habe ich ihn nicht mehr kennen gelernt.“ Als ihm dann 2007 die Volksmusikfreunde in Geisenbrunn eine dreijährige Patenschaft und die Kostenübernahme eines Zither-Lehrers angeboten hatten, überlegte er nicht lange. „Ich war sofort dabei und hatte auch den Ergeiz, gut zu werden.“ Seither wurde Sendlinger einmal wöchentlich von Peter Schreyer unterrichtet. „Leider ist die Patenschaft nun ausgelaufen. Er war mein bester. Ich bin aber überzeugt, dass Max dran bleibt und ein guter Volksmusikant wird“, ist Schreyer überzeugt. Seiner Meinung nach finden sich immer weniger Menschen, die das Instrument lernen wollen. „Es ist sehr schwierig zu spielen und man muss viel üben, bis man erstmals in einer Gruppe mitspielen kann.“ Wobei der Zither-Manä ja gezeigt habe, dass das Instrument  auch in der Rockmusik gut eingesetzt werden kann. Selbst in der Klassik findet es seinen Platz. Derzeit lehrt Schreyer sechs Schülern von 13 bis 45 Jahren das Zither spielen. „Um eine gute Fingerfertigkeit zu erlangen, ist es das Beste, sehr früh damit anzufangen“, betont er.

Sendlinger gibt sich selbst noch acht bis neun Jahre. „Bis dahin will ich ein guter Zither-Spieler werden“, verspricht er. Aber auch das Hackbrett wird er nicht vernachlässigen. „Ich spiele beim Gilchinger Saitenwechsel mit. Mit der Gruppe treten wir auch immer wieder auf.“ Wer sich für eine Patenschaft interessiert, kann sich an Fritz Böhm von den Volksmusikfreunden in Geisenbrunn wenden.

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