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Dr. Karl Häser

HEIMATSCHREIBER

Karl Häser - Es geht auch ohne Ellenbogen
Dr. med. Karl Häser wurde 1926 geboren und lebte seit 1930 in Weßling am Weßlinger See. Er war mit seiner Heimat nicht nur privat, sondern auch beruflich eng verbunden. So startete er seine ärztliche Laufbahn am Krankenhaus in Seefeld, wurde dort 1961 nach Abschluss der chirurgischen Fachausbildung Oberarzt und 1976 Chefarzt. 1988 ging er in Ruhestand. So bescheiden Karl Häser auch war, er stand weiter öfters in der Zeitung, als irgend ein anderer Kollege. Das lag daran, dass er im Laufe der Jahre zum Hauschirurgen der Bayern-Spieler wurde und diese auch auf Auswärtsspielen begleitete. "Wir waren zwar jetzt in Nordamerika, aber noch nicht offiziell immigriert. Rudi Nafziger, der technisch brilliante Linksaußen des FC Bayern, mit dem ich als letzter zur Zollkontrolle kam, wurde vom Kontrolleur angeschnauzt, weil er Lebensmittel, einen Apfel und eine Tafel Schokolade, im Handgepäck hatte. Nicht wissend, daß die amerikanischen Zollbestimmungen unerbittlich stren sind, murmelte er etwas von "Old Sheriff" und pfefferte Apfel und Schokolade vehement in den Abfalleimer. Ich als letzter in der Reihe sollte allem Anschein nach dafür büßen müssen. Der Zollbeamte wollte meine Immigration Card. Ich konnte nur sagen: "I don't know, what you want". Glücklicherweise hatte sich eine Stewardess um eine entsprechende Karte für mich bemüht..." - hält er dazu in seinen Erinnerungen fest.

Dem Organismus eine Nahrungszufuhr vorgaukeln
1994 brachte Karl Häser sein Erstlingswerk "Es geht auch ohne Ellenbogen - Geschichten eines bunten Lebens" auf den Markt: "Nach meiner Herkunft gefragt, kann ich scherzhaft darauf verweisen, dass ich durch meine Geburt im königlichen Dorf Leutstetten beinahe ein Wittelsbacher bin. Dort blieb ich aber nicht lange. Noch vor Ablauf meines vierten Lebensjahres hat mein Vater einen neuen Tätigkeitsbereich in Weßling bekommen, das übliche Los eines Polizeibeamten, der immer dann, wenn sich seine Familie an einem Ort eingelebt hatte und wohlzufühlen begann, versetzt wurde..."
Über die Verpflegung während der Gefangenschaft berichtete Karl Häser: "In Kladow, das wir schließlich erreichten, trafen wir auf ganz andere Verhältnisse: 25000 Gefangene, keine Zelte, kein Dach über dem Kopf. Eine Wiese war unsere Lagerstatt. Für die um diese Jahreszeit noch sehr kalten Nächte stand mir, als Unterlage und Decke zugleich, lediglich mein dünner Militärmantel zur Verfügung.
Die Verpflegung - es gab im Lager für die Gefangenen keine Küche, dafür eine stets brodelnde Gerüchteküche, war gleich Null, meine Vorräte bis auf einen Kanten harten Brotes und ein Döschen Fleisch aus einer eigenen Ration aufgebraucht. Von unseren Bewachern wurden uns täglich ein Löffel Zucker und zwei Löffel Mischkaffee-Pulver zugeteilt. Wir haben diese eigenartige Tagesration im Deckel unseres Kochgeschirrs gemixt und mit dem speichelnassen Finger herausgetupft und abgeschleckt. Ein Ritual, das dem Zeitvertreib diente, aber uch dafür herhalten mußte, dem Organismus eine Nahrungszufuhr vorzugaukeln. Dazu gab es täglich ein Kochgeschirr voll schalen, faden Wassers aus Tankwagen, die vorher lange herumgestanden hatten...".

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