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Familie Schottenhamel

GEMEINDEN > WESSLING

Albert Einstein verlegte das erste Elektrische im Schottenhamel
Immer dann, wenn "o'zapft is", strömen die Wiesn-Besucher unter anderem ins Traditionszelt Schottenhamel. Seit 1867 ist die berühmte Festwirtsfamilie auf dem Münchner  Oktoberfest vertreten. Doch die wenigsten wissen, dass der Name Schottenhamel eng mit der Gemeinde Weßling verbunden ist. Michael Schottenhamel jun. lebte bis zu seinem Tod am 24. November 1968 am Weßlinger See. Sein Sohn Hans, der ebenfalls in Weßling zu Hause war, starb 1993. Nach ihm ist auch das Hans-O.-Schottenhamel-Gasserl benannt, das von der Hauptstraße hinunter zum Weßlinger See führt. Hans Schottenhamels Witwe Therese sagte einmal: "D'Wiesn is einfach mei Leben." War sie doch bis 1987, so lange ihr Hans das Festzelt betrieb, immer mit dabei. "Aber nur hinter der Kulisse" betonte sie. Und da habe sie sich auch nur um die Bier-Abrechnung gekümmert.

Zum Foto - Wies'neinzug: In der Kutsche Oberbürgermeister Thomas Wimmer (vorne links), neben ihm Michael Schottenhamel jun. und gegenüber seine Söhne Hans und Max Schottenhamel (Quelle: 150 Jahre Oktoberfest - 1810 bis 1960 - herausgegeben vom Wirtschaftsreferat der Landeshauptstadt München im Münchener Zeitungsverlag




Albert Einstein in München

Übrigens, Ende des 19. Jahrhundert hat Albert Einstein in seinen jungen Jahren bei Michael Schottenhamel das Elektrische mit verlegt.
In einem Aufsatz über die Familie Schottenhamel ist nachzulesen: "Wer hätte es gedacht: schon seit 1867 ist die Familie Schottenhamel auf der Wiesn und damit das älteste Festzelt des Oktoberfestes. Fortschrittlich war man schon immer: im Schottenhamel gab es schon Elektrizität, als noch alle anderen Zelte mit Gas beleuchtet waren. Hier kabelte einst einmal Albert Einstein als Hilfselektriker, bevor es ihn zu bewegenderen Gedanken zog."
Abwegig ist die Geschichte nicht. Albert Einstein, am 14. März 1879 in Ulm geboren, zog im Alter von einem Jahr mit seinen Eltern nach München. Vater Hermann und Onkel Jakob gründeten eine elektrochemische Fabrik, die "Einstein und Cie.". Michael Schottenhamel wiederum hatte im Jahr 1888 das elektrische Licht eingeführt. Es funktionierte jedoch häufig so schlecht, dass man zwischenzeitlich wieder Zuflucht zur alt hergebrachten Beleuchtung - Windlichter und Petroleumlampen - nehmen musste. In jenen Jahren soll sich Albert Einstein als "Helfer fürs Elektrische" ein paar Mark dazu verdient haben.

Gegründet wurde der Festzeltbetrieb Schottenhamel von Michael Schottenhamel sen. Er stellt anno 1867 erstmals auf dem Oktoberfest sein Zelt auf. Unruhige Zeiten herrschten damals.  Im Jahr zuvor  war die Wies'n wegen des 66er-Kriegs ausgefallen, 1870 fand sie wegen des 70iger Krieges nicht statt und 1873 fiel sie der Cholera zum Opfer. "Doch der Michel ließ sich nicht entmutigen", ist im Festband nachzulesen, der anlässlich des 150jährigen Bestehens des Oktoberfestes im Jahr 1960 herauskam. Schottenhamels Bierbude fasste rund 50 Personen, als Beleuchtung gab es Talgkerzen und Petroleumlampen.
1896 kaufte Michael Schottenhamel als erster ein Wiesnzelt mit Platz für bis zu 1500 Leuten. Bei ihm trafen sich fortan der Adel, die Prominenz, die Bürgerschaft, aber auch Studenten und Offiziere. 1912 ist "Michael I." beim Kartenspiel mit guten Freunden gestorben, "rüstig und rührig bis zum letzten Tag".
Sein Sohn und Nachfolger war Michael Schottenhamel jun., der 1899 und 1927 zwei Anwesen am Weßlinger See erwarb. "Wer von den alten Weßlingern hat ihn nicht mehr vor Augen, wie er, etwas gebeugt über seinem Stock, mit kleinen, aber zielsicheren Schritten der Kirche zustrebte?", schreibt Hans Porkert in der Chronik "Am Weßlinger See".      
Schottenhammel selbst hat vom Biertrinken nicht viel gehalten. Unter anderem auch deshalb, weil er sich in seiner Jugend als "erster bayerischer Rad-rennfahrer" und Reiter sportlich betätigt hat. 1962 erhielt Michael II. als erster Wiesnwirt den Bayerischen Verdienstorden verliehen. Am 24. November 1968 starb er; seine letzte Ruhestätte ist auf dem alten Münchner Friedhof zu finden.
Dort ist auch Hans O. Schottenhamel begraben, der mit seinem Bruder Max in der Nachkriegszeit den Schottenhamel wieder zu dem machte, was er einmal war. Doch die Zeiten haben sich geändert. Heute betreiben Peter und Christian Schottenhamel, Söhne von Hans und Max, das Festzelt. Zur Internetseite der Schottenhamel-Betriebe geht es durch einen kurzen Klick...


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