Der Goldmacher Franz Tausend
Gilching - Wer durch seinen Heimatort marschiert, wird die eine oder andere Straßenbezeichnung finden, die Rätsel aufgibt. So auch in Gilching. Die wenigsten Menschen erinnern sich noch an den Goldmacher Franz Tausend, dem zu Ehren, wenn auch zu fraglichen, ein Weg am Steinberg gewidmet ist. Das Goldmacher Gaßl gibt es und auch den Goldmacher Franz Tausend hat es um 1925 herum gegeben. Er konnte die Menschen, nicht nur in Gilching, davon zu überzeugen, Gold aus dem Nichts herzustellen und hat sie so um viel Geld betrogen. Gestartet war Tausend in einem Labor in Obermenzing. Irgendwie schaffte er es, geringe Mengen Goldes aus seinem Schmelztiegel hervor zu zaubern. General Erich Ludendorff trat in Aktion. Am 1. Juli 1925 kam ein Vertrag der "Gesellschaft 164" zwischen Ludendorff und Tausend zustande. Durch die Vermittlung eines Gilchingers richtete sich Tausend am Steinberg Nr. 123 ein Geheimlabor ein. Allein Ludendorffs Anwalt Schramm finanzierte das Labor mit 30000 Mark. Laut Chronik aus der Feder von Peter Iohn waren sich Zeitgenossen wie Berichterstatter anfangs darüber einig, dass Tausend zumindest zu Beginn der Gilchinger Zeit noch fest an sich und sein Geheimnis geglaubt hatte. Es kam wie es kommen musste. Da Tausend auch andere Betrügereien begangen hatte, flog der Schwindel auf. 1929 wurde er verhaftet und vor Gericht gestellt. Man verurteilte ihn wegen "versuchten und in sich fort gesetzten Betruges" zu drei Jahren und acht Monaten Gefängnis. Im Februar 1933 wurde Tausend entlassen. Er verschwand sang- und klanglos. Lediglich das Goldmacher Gaßl erinnert noch an die wundersame Zeit.