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Gottvertrauen

GEMEINDEN > ANDECHS

KEIN GOTTVERTRAUEN IN ANDECHS
Erling hatte einen neuen Pfarrer bekommen, der so schnell wie möglich seine Schäflein kennen lernen wollte. Außerdem wollte er seine neue Heimat erkunden. Unter anderem auch das Dorf Machtlfing, das ja zur Pfarrgemeinde Erling gehört.
Der Pfarrer machte sich also zu Fuß auf den Weg Richtung Machtlfing.

Gut aufgelegt und flotten Schrittes marschierte er über die Felder, die Wiesen und Flure, durchstreifte den Wald und genoss den Spaziergang unter weiß-blauem Himmel. Vergnügt pfiff er vor sich hin und übersah, dass er auf Höhe des Exzellenzenfilz plötzlich vom rechten Weg abkam. Eine fatale Sache, weil der Exzellenzenfilz ein reines Sumpfgebiet ist. Doch es war schon zu spät, Hochwürden begann im schwarzgrundigen Moor langsam zu versinken. Nun wollte es der Zufall, dass zur gleichen Zeit drei Feuerwehrmänner aus Andechs am Wildgatter vorbei über den Messnerbichl nach Machtlfing wanderten. Beim "Höfler" wollten sie einkehren, zum Dämmerschoppen. Auf ihrem Weg dorthin sind sie auch beim Exzellenzenfilz vorbeigekommen. Da sahen sie den Pfarrer im Sumpf stecken. Der Feigl Walter war es, der ihn als erster erblickte. "Mein Gott, Herr Pfarrer", soll er gesagt haben. "Was machen's denn im Sumpf?" Und noch ehe das arme Pfarrerlein antworten konnte, schleppten Feigl, der Fendt und der Brehm einen Riesen Baumstamm herbei. "Jetzt, Herr Hochwürden, greifen's zu", hat der Feigl g'schrien. "Mia ziang Eana scho glei raus."
Der Pfarrer aber wollte nicht. Er faltete die Hände zum Gebet und sagte: "Nein, nein, ihr lieben Leut'. Dank Euch schön, aber ich vertrau' auf Gott."
Durch keine noch so beschwörenden Worte war der Pfarrer zu bewegen, sich am Baumstamm festzuhalten. Obwohl er zwischenzeitlich bis zu de Hüften eingesunken war. Gott der Herr werde ihn schon noch retten, hat er nur gemeint.
Unverrichteter Dinge marschierten die Feuerwehrleut' weiter. Doch das schlechte Gewissen ließ ihnen keine Ruhe. Etwa auf der Höhe der Stephanskapelle hat's den Feigl gepackt: "Herrgott", hat er g'sagt. "I hob ja a Vertrauen zu dia. Aber nix gwieß woas man net. Und mia kenna doch net unsern neicha Pfarrer einfach so im Sumpf dasaufn lassen…
Wie es ausgeht? Soundboxen anschalten oder Kopfhörer aufsetzen und Geschichte weiter anhören...


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