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Helmut Schwarz

HEIMATSCHREIBER

Helmut Schwarz - ein künstlerisches Multitalent
Hechendorf (2009) - Er ist ein Urgestein und da zu Hause, wo sich Künstler, Musiker und urige Menschen treffen: Helmut Schwarz, gefragter Liftlmaler und passionierter Geschichtenschreiber aus Hechendorf. Sein jüngstes Werk sind Aufzeichnungen aus einer Zeit, die gerade einmal 60 Jahre zurück liegt. Dennoch klingen die Erlebnisse so, als stammten sie aus grauer Vorzeit. „Wir leben in einer Zeit, in der die Technik Riesenschritte gemacht hat und noch macht. Es ist kaum vorstellbar, dass wir vor 60 Jahren noch im Schaffel gebadet haben und dies auch nur, wenn es wirklich notwendig war“, sagt der 63-Jährige Sohn eines Hechendorfer Malermeisters.
„Zur Verfügung stand zur körperlichen Reinigung eine verzinkte Volksbadewanne, die mitten im Waschhaus im Keller aufgestellt war. Aus Gründen der Sparsamkeit badeten an diesem Tag alle Familienmitglieder…“, beschreibt Schwarz den Badetag in seinen „Erinnerungen an meine Heimat“. Auf 127 Seiten berichtet er nicht nur über sein familiäres Umfeld, sein Streifzug geht durch alle Hechendorfer Kapitel. Vom Dellinger erzählt er, der regelmäßig das Bier ausgefahren hat, vom Günteringer Viktualienmarkt, vom Blesi und seinem Biergarten und von Nauders Fahrradlstadl. „Er hatte oben am Bahnhof eine Scheune, wo die Pendler, die mit dem Zug nach München zur Arbeit fuhren, ihr Rad abstellen konnten“, erzählt Schwarz. Fehlte an einem Rad etwas, wurde es bis zur Abholung repariert.

Über fünf Jahre hat der Familienvater an seinem aufwändigen Werk gearbeitet. „Es sind Erinnerungen an die Zeit zwischen 1946 bis 1965. Jetzt beginne ich, die wichtigsten Geschichten ab 1965 aufzuschreiben.“ Wobei jeder Episode durch eine spannende Illustration auch Leben eingehaucht wird. Teils bunt, teils in Grauschattierungen gehalten erinnern seine Bilder an die berühmten Zeichner Anfang des 20. Jahrhunderts. „Ich habe in der Akademie noch gelernt, wie man Bilder, wie in früheren Zeiten, modelliert“, betont Schwarz. Eine völlig andere Methode, als die der Lüftlmalerei. „Ich musste mich schon etwas umstellen. Aber es macht auch immer mehr Spaß.“ Apropos Lüftlmaler. Laut Schwarz hieß es ursprünglich Liftlmaler, weil der Hausname des ersten Hauses in Oberammergau, an dem so ein Bild entstanden ist, zum Liftl hieß. Erst im Laufe der Zeit sei daraus der Lüftlmaler geworden. Derzeit arbeitet Schwarz nicht nur an den Erinnerungen Teil II. Er fertigt gleichzeitig auch eine Fassadenmalerei für ein Haus eines Zimmerers in Arget bei Sauerlach an. Motiv ist der Heilige Josef bei einer Zimmermannsarbeit.

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