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s'Ganserl muss die Federn lassen
Die Erde dreht sich bekanntlich um die Sonne, das Leben in Bayern aber dreht sich vorwiegend um den Stammtisch und um die traditionellen Festtage. Insbesondere um die, die neben der kirchlichen Bedeutung auch noch den leiblichen Genüssen entgegenkommen. Kirchweih' zum Beispiel, das seit 1803 jeweils am dritten Sonntag im Oktober auf dem Kalenderblatt steht. Früher wurde Kirta mit üppigem Essen, mit Tanz und Raufereien gefeiert. Letzteres kommt, Gott sei Dank, nicht mehr so häufig vor. Auch das man mehrere Tage hintereinander feiert, so wie es früher Brauch war, gehört mittlerweile der Vergangenheit an. Blättert man in alten Aufzeichnungen, finden sich ganz merkwürdige Hinweise, was unsere Vorfahren unter Feiern verstanden.
So ist in der Dorfchronik von Eching am Ammersee nachzulesen:

"Diese Feyer dauerte auf dem Lande zwei Tage und zwei Nächte. Dabey wurde allenthalben großer Aufwand zweimal 24 Stunden mehr verzehrt als was auf ein Vierteljahr zur guten Subsistenz einer Familie hingereicht hätte."
Ganz soll man allerdings die alten Traditionen nicht begraben -