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HEIMATSCHREIBER
Der Martin Schneider - ein echtes Urgestein
Weßling - "Halleluja", hallte es am Montag durch die Sporthalle in Weßling. "Halleluja, wir danken dir." Die berühmt berüchtigten "Golden Girls" hatten sich als kesse Nonnen verkleidet und gratulierten Altbürgermeister Martin Schneider mit einem selbst komponierten Lied zum 80. Geburtstag, den er am 14. Februar 2000 feierte. Rund 400 Gäste standen Schlange, um sich den Glückwünschen der "Golden Girls" anzuschließen.
Landrat Heinrich Frey sprach vom "Django des Wilden Westens", der so manches Schelmenstück auf dem Buckel habe. Unter anderem sei er fast schon einmal wegen seiner forschen Art in einem Südtiroler Gefängnis gelandet. Frey: "Er ist nicht nur ein Mann der großen Entscheidungen, sondern auch ein Mann der Schwänke."
Bürgermeister Hans-Thomas Mörtl erinnerte daran, dass er wegen des Geburtstagsfestes sogar die Bürgerversammlung um eine Woche auf nächsten Montag verschoben habe. Obwohl sehr großzügig, habe Schneider mit seinem Namenspatron, dem Heiligen St. Martin, nur zwei Gemeinsamkeiten, stellte Mörtl weiter fest. Dies wären: "Dein Besuch in der Klosterschule und dass Du knapp am Priesterberuf vorbei geschrammt bist."
Wenn das die Schellhorn Anni g'wußt hätt'
Schneider sei es auch gewesen, der für die Gemeinde den hinreichend bekannten Satz "sparsam ist nicht geizig" geprägt habe. Nach den offiziellen Glückwünschen - Altlandrat Rudi Widmann hatte sich wegen einer beginnenden Grippe entschuldigen lassen - gab es reichlich musikalische Einlagen. Es sangen und spielten der gemischte Chor aus Hochstadt die Weßlinger Blasmusik und der Kirchenchor Weßling. Wirtin Marita Wolleschak hatte sich etwas ganz besonderes einfallen lassen. Sie ver-teilte kleine Schnapsfläschchen, die den Namen "Martin Schneider" trugen.
"So mog i's. Griawi und zünftig hocka ma beieinand", schwärmte ein fürs andere Mal der Jubilar. Und trotz des gerade operierten Oberschenkelhalsbruch ließ er es sich nicht nehmen, von Tisch zu Tisch zu wandern, lustige Anekdoten zu erzählen und immer wieder zum Dirigentenstab zu greifen. Unter ande-rem gab er den Takt für seinen Lieblingsmarsch, den "Badenweiler", an.
Was er denn nach seiner Feier vorhabe? "Jetzt fahr' i auf d'Reha. Wohin, sog i aber net. Nur so vui. De Hilde Gerg is mei Nachbarin."
Seine Erinnerungen veröffentlichte Martin Schneider 2008. Sie sind unter dem Titel: "Wenn das die Schellhorn Anni g'wußt hätt'..." erschienen und im Schreibwarengeschäft in Weßling erhältlich.