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Raumfahrt

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Astronauten treffen Ilse Aigner im Bräustüberl in Andechs
Andechs - Eine ungewöhnliche Begegnung fand am Mittwoch, 4. Mai 2000 auf dem Heiligen Berg in Andechs statt. Die Crew des Space-Shuttles Endeavour, die bisher lediglich einen Blick aus dem All auf das berühmte Kloster auf dem Andechser Berg werfen konnte, kam höchstpersönlich bei den Mönchen vorbei. Begleitet wurden die sechs Astronauten von Mitarbeitern des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt  Köln und Oberpfaffenhofen. Außerdem mit im Korps die heutige CSU-Bundesernährungs- und Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (MdB), der ehemalige Landrat Heinrich Frey und Karl Roth, damals Bürgermeister von Andechs, heute Landrat.. Begrüßt wurden die rund 100 Gäste von Pater Anselm Bilgri in einwandfreiem Englisch. Der Prior bedankte  sich für die Ehre, die ihm durch den hohen Besuch zuteil wurde. Bevor es allerdings zum gemütlichen Teil überging, zeigte er den Gästen die Klosterkirche und des Klosters Schätze.
Im Saal des Bräustüberls übernahmen dann die Raumfahrtexperten das Kommando. Der deutsche ESA-Astronaut Gerhard Thiele
stellte die SRTM-Crew vor, wobei er einräumte: "Ich bin heute das erste Mal hier in Andechs und viel aufgeregter, als kurz vor dem Start ins Weltall."   
Ins Schwitzen kamen Commander Kevin Kregel
und Bordspezialist Mamoru Mohri, als es darum ging, zwei 20-Liter Bierfässer anzuzapfen. Doch die Sorge war unbegründet: Kregel brauchte gerade einmal drei Schläge, bis der süffige Gerstensaft in die Bierkrüge zischte. Mohri schaffte es sogar nach zwei Anläufen. "Naja, die bekamen auch Kindersicherheitsfässer hingestellt", frozzelte ein DLR-Mitarbeiter.
Gar nicht den Raumfahrt-Verhältnissen angepasst war das Menü. Riesenportionen knusprige Schweinshaxn und Schweinebraten garniert mit Krautsalat und Sauerkraut warteten auf die hungrigen Gäste. "Ich habe zwar angefragt, ob wir die Haxen pürieren und als Astronautenkost mit Strohhalm servieren sollen. Doch dies wurde entrüstet abgelehnt", verriet der inzwischen verstorbene Bräustüberl-Chef Hermann Reiner
. Was auch Ilse Aigner für überflüssig fand. "Bei so einer bayerischen Schweinshaxn geht einem doch richtig das Herz auf", meinte sie um dann den Astronauten einiges über "bavarien cultur" und über das Fünfseenland zu erzählen.
Die Crew war aber nicht mit leeren Händen nach Andechs gekommen. Für Pater Anselm, Ilse Aigner und für die an der Mission beteiligte Bodencrew des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt hatten sie gerahmte Montagen im Gepäck. Diese Montagen enthalten unter anderem ein Foto der Astronauten, die Deutschlandflagge, die mit im Weltall war und je einen Crewpatch, ein Sticker, den die Astronauten selbst entworfen hatten und der ebenfalls mit auf Allreise war. Über der Weltkugel und zwischen 16 Sternchen schwebt die Endeavour. Die Sternchen symbolisieren die Kinder der Astronauten
(Foto links ein Originalsticker).       
Uli Singer      

Am 11. Februar 2000 flog Kevin Kregel (Foto rechts neben der heutigen Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner) als Kommandant des Space Shuttles Endeavour zur sogenannten Shuttle Radar Topography Mission. Dabei kartografierte er mittels Radar 80 Prozent der Landmasse der Erde. Zwei Radarsysteme (eines in der Nutzlastbucht des Shuttles, das andere an einem 60 Meter langen Mast montiert) tasteten die Erdoberfläche ab. Das Resultat war ein digitales dreidimensionales Modell der Erde von bisher nicht gekannter Genauigkeit, das er im Deutscchen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in  Oberpfaffenhofen vorstellte. Um im All ein Arbeiten rund um die Uhr zu ermöglichen, war die sechsköpfige Besatzung in zwei Teams aufgeteilt, die im 12-Stunden-Betrieb arbeiteten. Kregel bildete mit den Missionsspezialisten Janet Kavandi und Gerhard Thiele das rote Team.


Ilse Aigner im Gespräch mit Astronaut Kevin Kregel
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