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Salzort

GEMEINDEN > INNING

Unwillige Bauern, Diebstahl und Salzfälschungen
Salz wird heute eher mit Bad Reichenhall als mit Inning in Verbindung gebracht. Dabei war die Gemeinde am Ammersee einst ein wichtiger Umschlageplatz für Salzlieferungen. Als Zwischenlager bedeutsam wurde Inning erst richtig, als die bayerischen Kurfürsten, bei ihnen lag das Salzmonopol heute hat es der Staat inne, zurr Ausweitung des Handels dazu übergingen, so genannte "Salzaufgebote" zu veranstalten. Die Bauern der engeren und weiteren Umgebung der Salzstraße wurden verpflichtet, jährlich eine bestimmte Menge Salz auf einer festgeschriebenen Route zu transportieren. Übrigens, weiß Gott nicht unentgeltlich, wie vielerorts behauptet wird. Für das Jahr 1794 gibt es eine detaillierte Liste, in der aufgeführt ist, wie viel die einzelnen "Orts- und Dorfschaften" Salz zu transportieren hatten. Vermerkt sind die Zahl der zu stellenden Pferde, der Fuhren und die Fahrleistung. Es wurde sogar jedes einzelne Anwesen und seine Leistung für den Salztransport erfasst. Nicht einmal die Kirchen waren davon ausgeschlossen.
Es traf auch nicht nur die an der Salzstraße gelegenen Gemeinden. Für die Region Fünfseenland sind z.B. auch Aschering, Mühltal und Ammerland verpflichtet, Salz von Pasing nach Inning zu befördern.
Das kurfürstliche, später königliche Salzamt zu München hatte so seine liebe Not mit der Organisation des Transportes. Denn nicht immer fanden sich willige Bauern, die nach der Pfeife der Obrigkeit tanzen wollte. Dazu kamen Diebstahl und so genannte Salzfälschungen.
"Es war vorgekommen, dass Fässer am Bestimmungsort abgeliefert wurden, die unterwegs ihres Inhaltes beraubt und dafür mit Lehm, Kot und Unrat angefüllt waren…", schreibt Josef Bauer in einem Aufsatz zu diesem Thema. Für solche Delikte wurden ausschließlich Körperstrafen verhängt. Die Abschreckung sollte eindeutig sein, der Staat wollte nicht geschädigt werden.
Im 19. Jahrhundert dann nahmen die Klagen zu. Immer mehr tauchen Beschwerden über "die säumigen Untertanen" auf. Es wurden die Ortschaften aufgefordert, anzuzeigen, welche Bauern "ihre Salzfuhren noch nicht alle gethan haben…".
Die Salzniederlassung wurde letztendlich im Jahr 1862 eingestellt.
Quellen:
"Vergnügliche ortshistorische Spaziergänge", Herausgeber: Heimatgeschichte Inning e.V.
"Geschichte und Geschichten" von Robert Volkmann, Herausgeber: Kulturkreis Inning  
   

 
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