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Ein opulentes Mahl
Wir schreiben das Jahr 1475. In Seefeld herrschte gerade Graf Seitz III., ledig und als richtiges Landei nicht unbedingt ein Freund geselliger Feierlichkeiten. Doch es half nichts. Ludwig der Reiche von Landshut gab sich die Ehre, und lud auch den Seefelder Grafen zur Hochzeit seines Sohnes Georg mit Jadwiga, Tochter des Polenkönigs Kasimir IV., ein. Nach der feierlichen Trauung des herzoglichen Paares im Münster folgte ein gewaltiges Festmahl. Acht Tage lang mussten die Landshuter Wirte, Bäcker und Metzger alles umsonst hergeben, jedermann war freigehalten, ob hoch oder niedrig. Laut Überlieferung wurden verzehrt: 333 Ochsen, 1130 ungarische Schafe, 285 Schweine, 1557 Jungschweine, 684 Spanferkel, 490 Kälber, 12000 Gänse, 47000 Hühner, 194000 Eier, fünf Zentner Weinbeeren, 220 Zentner Schmalz, 870 Fässer Wein und ein so genanntes "Konfekt" für 500 Gulden. Dabei handelte es sich um ein hübsch verpacktes Abführmittel, das den adeligen Mägen und Gedärmen Erleichterung bringen sollte. Zu einem richtigen Fest gehörte allerdings auch ein Ritter-
Der Heimweg nach Seefeld soll unter starken Kopfschmerzen und übersät mit blauen Flecken stattgefunden haben. 1479 entschließt sich Seitz III., das Junggesellendasein aufzugeben. Er heiratet Dorothea von Losenstein. Nun baute er die Burg Seefeld, vermutlich auf Drängen seiner Gemahlin, zu einem wohnlichen Schloss um. Die alte Kapelle wurde durch eine neue ersetzt. An der Südseite aber errichtete er einen Turm mit Schießscharten, um Feinde gleich entsprechend begrüßen zu können. In der Klosterkirche zu Andechs hatte Seitz ebenfalls mit dem Bau einer Seitenkapelle begonnen, die einmal Begräbnisstätte für das Ehepaar werden sollte. Völlig neue Sitten kehrten ein, als 1484 Graf Veit zu Jettenbach in Schloss Seefeld Einzug hielt… hier geht es weiter...