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Eine Zeitungsumfrage anno 1920 zum Thema weibliche Sportbewegung.
Frau Geheime Kanzleirat Amalie Nuttlinger schreibt:
Hochverehrte geschätzte Redaktion!
Schon lange wollte ich einmal in der breiteren Öffentlichkeit die Feder ergreifen um gegen den so genannten Sport der Damen (das sind schon die richten "Damen!!) den Finger in eine offene Wunde zu legen. Durch Ihre Umfrage gaben Sie mir Gelegenheit diesen öffentlichen Skandal auf den Scheffel zu stellen. Können Sie sich mich in diesen jeder Sittlichkeit Hohn schlagenden Sportskostümen vorstellen? Mein seliger Geheimer Kanzleirat mocht mich schon nicht gern in Hosen sehen, trotzdem sie selbst gehäkelt waren. Wir sind als junge Mädchen in anderen Atmosphären aufgewachsen. Wir sind auch ohne Sport zu einem Mann gekommen und brauchten unser Inneres nicht den sündhaften Blicken preisgeben.
Verderbliche Schwimmanzüge
Es ist durchaus nicht notwendig, dass die heranwachsende weibliche Generationen so viel Aufhebens von ihren Beinen macht. -
Frivoler Teilhabersitz
Manche kriegt trotzdem keinen Mann. Mein seliger Geheimer Kanzleirat sagte immer, er hätte mich nie geheiratet, wenn er mich in einem solchenen Schwimmanzug gesehen hätte. -
In der angenehmen Hoffnung, dass diese Zeilen beitragen die Auswüchse des weiblichen Sportes hintenanzuhalten und wie ein reinigendes Stahlbad ins Gewissen fahren, verbleibe ich Ihre
Amalie Nuttlinger
Aus "Er, Sie, Es" von Julius Kreis