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Wetterläuten in Machtlfing
Wetterläuten oder Sturmläuten diente einst dazu, Unwetter von Dörfern oder Städten wegzutreiben. Ein im Mittelalter weitverbreiteter Glaube besagt, dass ein fahrender Schüler auf einem Drachen reitend die Gewitter bringt. In Machtlfing, zu Andechs gehörend, soll es eine Hexe sein, die auf ihrem Besen reitend versucht, Ungemach über den höchst gelegenen Ort im Landkreis Starnberg zu bringen. Um es zu vertreiben, müssen so laut und so lang als möglich die Glocken läuten. Verbreitet ist auch der Glaube, dass der Klang der Glocken die Gewitterwolken auseinander treibt. Und wer nun glaubt, das Wetterläuten gehört in die abergläubische Schublade unserer Urgroßeltern, irrt. In ländlichen Gegenden, insbesondere in Machtlfing, wird das Glocken läuten auch heute noch angewandt, um heranziehende Unwetter abzuwenden. Und weil heuer im Jahr 2009 ein besonders Unwetterträchtiges Jahr ist, läuten die Glocken fast Tag und Nacht.
Karikatur: Horst Wendland